Nachhaltigkeit & Verantwortung

Die Propstei St. Gerold versteht sich als Ort, an dem Spiritualität, Naturverbundenheit und ökologische Verantwortung zusammenfließen. Zahlreiche Projekte setzen ein sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit, Bewahrung der Schöpfung und den sorgsamen Umgang mit Ressourcen.

ökologische Projekte

Laudato-si-Garten & Bienenhaus
Der öffentlich zugängliche Laudato-si-Garten, inspiriert durch die Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus, steht für Umwelt-, Klima- und Biodiversitätsschutz.

Ein Herzstück sind die Bienen, die vom „Ländle Imker“ Daniel Berger wieder angesiedelt wurden. Der Garten vermittelt zudem Wissen über traditionelle Kräuter und Pflanzen, etwa nach Hildegard von Bingen. Themenbeete, ein Naschgarten, ein Barfußpfad sowie Workshops machen ökologische Verantwortung mit allen Sinnen erlebbar.
 

Fledermäuse
Im Dachboden der Propsteikirche wohnt die Kolonie der „Kleinen Hufeisennase“, einer seltenen Fledermausart. Es ist die größte dokumentierte Population ihrer Art in Österreich.

Weg der Sinne – Weg der Stille
Unterhalb der Propstei lädt ein liebevoll angelegter Naturweg dazu ein, zur Ruhe zu kommen und die Natur bewusst wahrzunehmen. Teiche, Brücken, ein begehbares Labyrinth und stille Plätze schaffen Raum für Achtsamkeit, Meditation und inneres Gleichgewicht.
 

Nachhaltige Energiegewinnung
Die Propstei deckt ihren Energiebedarf auf vielfältige und ressourcenschonende Weise:

  • Photovoltaikanlage für Sonnenstrom
  • Solarthermie für Warmwasseraufbereitung
  • Hackschnitzelanlage, betrieben mit Holz aus den eigenen & umliegenden Wäldern

Damit werden fossile Energieträger reduziert und regionale Kreisläufe gestärkt.

Ökologische Sanierung & Bauweise
Bei der Renovierung des Haupthauses wurde auf ökologische Materialien gesetzt: Eschenholz aus den eigenen Wäldern, Stampflehmböden und rückbaubare Konstruktionen verbinden Nachhaltigkeit mit Ästhetik und Regionalität.
 

Umweltrelevante Zertifizierungen
Die Propstei trägt das Österreichische Umweltzeichen sowie das EU Ecolabel. Diese Auszeichnungen bestätigen die hohen Standards in Umweltmanagement, Energieeffizienz, Abfallvermeidung und nachhaltiger Betriebsführung.

 

Partner im Biosphärenpark
Als Premium-Partner im UNESCO-Biosphärenpark Großes Walsertal leistet die Propstei einen aktiven Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt und zur Förderung einer nachhaltigen Regionalentwicklung. Mit diesen Projekten macht die Propstei St. Gerold deutlich: Nachhaltigkeit ist hier nicht nur ein Schlagwort, sondern gelebte Praxis.


 

Nachhaltige Pferdehaltung

Artgerechte Haltung als ethisches Prinzip

Pferde leben von Natur aus in einer Herde, sind den ganzen Tag in Bewegung und nehmen über den Tag verteilt kleine Mengen Futter auf. Sie bilden enge familiäre Bindungen – manchmal sogar lebenslange Freundschaften.

Im Sinne dieser natürlichen Bedürfnisse werden unsere Pferde gemeinschaftlich in ihrer Herde gehalten, in einem offenen Stall (Offenstall) und auf der Wiese. Damit erhalten sie nicht nur einen Lebensraum, sondern auch einen würdevollen Lebensplatz.

Ein Lebensplatz – kein Ausrangieren
Besonders hervorzuheben ist ein Kernanliegen: Die Pferde bleiben so lange wie möglich bei der Herde, bis ins hohe Alter. Selbst bei Verlust körperlicher Leistungsfähigkeit erfahren sie keine Ausrangierung, sondern bleiben wichtige Beziehungspartner.

 

Unsere Haltung – im Sinne der Nachhaltigkeit

  • Die Haltung im Offenstall in Kombination mit Weide entspricht bewährten, pferdegerechten Haltungsformen, die den natürlichen Bewegungsdrang und das soziale Gefüge unterstützen.
     
  • Diese Form der Haltung fördert dauerhafte Lebensqualität und den Beziehungswert – Pferde werden als fühlende, wertvolle Lebewesen gesehen, nicht als Nutztiere, deren Wert mit Leistungsfähigkeit gleichgesetzt wird.

Jedes Geschöpf besitzt ein Leben lang seinen einzigartigen Wert. Das gilt für die Menschen, die zu uns kommen, wie auch für unsere Tiere.


 

Bildungsangebot im Sinne der Schöpfungsverantwortung

Die Propstei St.Gerold versteht Bildung als ganzheitliches Erlebnis, das ökologische, soziale, spirituelle und kulturelle Dimensionen miteinander verbindet. Unsere Angebote laden dazu ein, Verantwortung für die Schöpfung bewusst zu erleben und zu reflektieren.

Garten- und Landschaftsräume
dienen als sinnliche Lernorte, in denen Naturerfahrung und spirituelle Einkehr verbunden werden. Hier können Besucher:innen Pflanzenwelt, Kräutergarten und die Schönheit der Landschaft bewusst wahrnehmen.

 

Führungen und Workshops
verbinden Pflanzen- und Umweltbildung mit Impulsen aus der Enzyklika Laudato si’ und fördern so ein vertieftes Verständnis für nachhaltiges Handeln.

 

Sanierungsprojekte
der Propsteianlage zeigen, wie Architektur als nachhaltiges Lernfeld erlebt werden kann und vermitteln den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.

Tiergestützte Bildungsangebote,
insbesondere Begegnungen mit Pferden, machen Mitverantwortung für Tiere und die Umwelt erfahrbar.

 

Spirituelle Angebote
wie Musik & Kontemplation, Meditation, Exerzitien und Gottesdienste schaffen Räume der inneren Einkehr und der Reflexion über das eigene Handeln in der Welt.

 

Kulturelle Formate
verbinden Gemeinschaft, Kreativität und Achtsamkeit und eröffnen neue Zugänge zu spiritueller Erfahrung.

 

So wird Bildung im umfassenden Sinn gefördert: als Bewusstseinsbildung für die Schöpfung, als Raum zur Erfahrung und als praktischer Unterricht in der Sorge um das gemeinsame Haus.